Kultur

 

Die meisten Museen der Stadt Oxford sind eng verbunden mit der Universität, oder gehören ihr sogar an.

 

Ashmolean Museum

Das Ashmolean Museum wurde 1845 erbaut, damals noch unter dem Namen "University Gallery Oxford". Die Sammlung besteht aus seltenen Exponaten, die die beiden königlichen Gärtner John Tradescant der Ältere und John Tradescant der Jüngere Elias Ashmole überließen, der sie dann 1683 dem Museum schenkte. Im Ashmoleon Museum für Kunst und Archäologie findet man Rembrandt- und Renoir-Bilder, vor allem aber kann man den Alfred-Juwel bestaunen, einen Stein aus Golf, Emaille und Bergkristall.

 

Pitt Rivers Museum

Mit über 500000 Exponaten gilt das Pitt Rivers Museum in Oxford als die bedeutendste anthropologische und archäologische Sammlung in England. 18000 Objekte schenkte General Pitt Rivers der Universität Oxford, womit das Museum seinen Anfang nahm. Weitere Schenkungen und Ankäufe kamen hinzu, unter anderem Exponate von Heinrich Schliemann. Da die Ausstellung nicht nach Epochen, sondern nach Themen gegliedert ist, kann man die Unterschiede diverser Kulturen vergleichen.

 

Museum of Oxford

Die 1400 Jahre andauernde Geschichte der Stadt Oxford und der Universität erklärt und veranschaulicht das Museum of Oxford. Könige wurden in der Stadt gekrönt, Heilige liefen auf diesem Boden, später unzählige Studenten. In der Stadt hat sich im Wandel der Jahrhunderte viel verändert, Original-Exponate lassen den Besucher in der Zeit wandeln, Ausstellungsstücke zum Anfassen machen die Tour lebendig.

Sonderausstellungen und gesonderte Kinder-Programme wechseln das gesamte Jahr

 

Story Museum

Das Story Museum Oxford ist eigentlich für Kinder gedacht, doch auch Erwachsene werden Spaß daran haben. Von Besuchern wird das Museum als große Hasen-Höhle aus "Alice im Wunderland" beschrieben, wo Kindern das Lesen und die Magie von Geschichten näher gebracht werden und sie zu lebenslangen Lesern gemacht werden sollen. Der Name der Stadt Oxford ist eng verwoben mit Namen von großen Geschichtenerzählern und Literaten wie C.S. Lewis, J.R.R. Tolkien und Lewis Caroll - wohin würde ein Story Museum besser passen, als nach Oxford?

 

 

Geschichte

 

Die Entstehung der Stadt Oxford geht auf die Gründung eines Klosters im 6. Jahrhundert durch die sächsische Nonne Frideswida zurück, die heute Stadtpatronin und Schutzheilige der Universität ist.

 

Zur Zeit der Eroberung der Normannen im Jahr 1066 war Oxford bereits die sechstgrößte Stadt Englands und wichtiges Handelszentrum. Wenige Jahre später wurde das Schloss von Oxford eröffnet, was die Stadt zum administrativen Mittelpunkt des Umkreises machte. Oxford pflegte eine so gute Kommunikation mit London, gewann zunehmend an Wichtigkeit, und nicht zuletzt seine Lage trugen zur Erntstehung vieler Kirchenhäuser in der Gegend bei. Es entstand eine Kultur des Lernens, was Lehrer aus ganz Europa anzog, die wiederum Studenten in die Stadt brachten. Üblicherweise gingen die Männer für eine Universitätsbausbildung nach Europa, vorzugsweise nach Paris.

 

Die Universität Oxford entwickelte sich aber zusehends zu einer anerkannten akademischen Lehranstalt, als König Heinrich II. 1167 nach einem Streit mit dem französischen König Luis VII. den britischen Studenten verbot, die Universität von Paris zu besuchen. Diese kamen nun nach Oxford, da die Universität als geeigneter Ort schien, das Studium fortzusetzen.

 

Das Verhältnis der städtischen Bewohner und der mittlerweile stark gewachsenen Studentenanzahl war sehr angespannt, sodass es immer wieder zu Aufständen zwischen den "town and gown" (Städtern und Akademikern) kam. 1209 führte ein Aufruhr dazu, dass eine Gruppe Studenten nach Cambridge floh und dort die bis heute rivalisierte Universität gründeten. 1355 kam es zum schlimmsten Zwischenfall, dem St Scholastica Day Riot. 63 Studenten und halb so viele Städter wurden getötet. Folge dessen war, dass der Universität von König Edward III. mehr Macht verliehen wurde, und die Stadt in der Folgezeit mehr oder weniger von Ihr regiert wurde.

 

1641 brach der englische Bürgerkrieg aus, Charles I. kam nach Oxford, machte die Stadt zu seinem Hauptquartier und zog in das Christ Church College ein. 5 Jahre später musste er als Bote verkleidet aus Oxford fliehen und die Universität hatte Glück, dass die Unterstützung der Royalisten ihr keine Konsequenzen eintrug, außer dass sich Oliver Cromwell selbst zum Kanzler ernannte.

 

Seit Ende des 18. Jahrhunderts verbindet der Oxford Canal die Stadt mit Coventry und Birmingham. Er war für kurze Zeit der wichtigste Verkehrsweg der Insel, der Handel zwischen dem Süden und den Midlands konnte über ihn abgewickelt werden. Das 20. Jahrhundert brachte Oxford dank der Einführung der Automobil-Fabrikation, diverser Druckereien und Verlagshäuser einen Aufschwung und eine Bevölkerungs-Explosion.

 

Unter der Klosterkirche, die im 12. Jahrhundert in ihrer heutigen Gestalt fertig gestellt wurde, befindet sich ein alter sächsischer Friedhof, der erst 1985 entdeckt wurde. Im Inneren werden Relikte der Heiligen Frideswida aufgebahrt, weshalb die Kirche schon im Mittelalter als Wallfahrtsort galt und auch von berühmten Personen, wie Katharina von Aragon besucht wurde.

 

Im 16. Jahrhundert wurde durch Kardinal Wolsey ein neues College gegründet, wofür einige Klosterbauten von St. Frideswida abgerissen werden mussten. Die Klosterkirche blieb erhalten und zur Kathedrale geweiht. Der Kardinal konnte die Vollendung seines "Cardinal's College" nicht mehr miterleben. Küche und Speisesaal waren damals die größten Englands und dienten in den vergangenen Jahren als Vorlage und Kulisse für die Harry-Potter Verfilmungen. Die Christ Church Cathedral Oxford ist heute die kleinste Kathedrale Englands.